Ein Abend über Mut und den Moment, in dem man einfach anfängt

Virág und Chris sind kein klassisches „Bauherren-Duo“. Keine Architekt:innen, keine Investor:innen, keine Sanierungsprofis. Sondern zwei Menschen, die irgendwann festgestellt haben, dass „nur mal gucken“ manchmal der Anfang von etwas Größerem ist.

Bei der Fokus-Session „Jung kauft alt“ im Haus Reichstein erzählten sie offen von ihrem Weg zum eigenen Haus: einem denkmalgeschützten Gebäude von 1903 in Wuppertal. Ohne Hochglanzfolien, ohne Erfolgsnarrativ – dafür mit Umwegen und vielen Entscheidungen, die sich im Nachhinein richtig anfühlten.

„Wir haben überhaupt nicht geplant, ein Haus zu kaufen.“
Mit diesem Satz war der Ton des Abends gesetzt.

Ein Haus mit Geschichte – und einem Eigenleben

Das Haus, Baujahr 1903, denkmalgeschützt, entpuppte sich schnell als mehr als nur ein Sanierungsprojekt. Alte Mauern, überraschende Funde, ein zugemauerter Geheimgang im Keller – Momente, die man nicht plant, die aber bleiben.

Um sich dem Projekt anzunähern, arbeiteten Virág und Chris mit einer Visualisierungs-App. Räume ausprobieren, Möglichkeiten durchspielen, ein Gefühl entwickeln. Und trotzdem wurde schnell klar: Egal wie gut man vorbereitet ist – am Ende kommt alles anders.

Chris brachte es treffend auf den Punkt:

„Das, was man sich am Anfang vorstellt, hat genau gar nichts mit dem zu tun, was am Ende passieren wird. Nichts – außer dem Kaufpreis.“

Mit dem Kauf kam auch Verantwortung. Plötzlich Vermieter:in sein, Entscheidungen treffen zwischen Selbermachen und Beauftragen, Zeit, Geld und Kraft neu bewerten. Dazu ganz praktische Herausforderungen – etwa ein Garten in Hanglage, der mehr Muskelkraft verlangte als gedacht.

Denkmalschutz, Förderung – und warum es sich trotzdem lohnt

Ein großes Thema des Abends war der Denkmalschutz. Lange Bearbeitungszeiten, neue Auflagen, geänderte Pläne. Was half: kein äußerer Zeitdruck und die Bereitschaft, den Prozess anzunehmen, statt ihn „abarbeiten“ zu wollen. Der Kauf selbst verlief vergleichsweise unkompliziert, da er über eine Privatperson zustande kam – ohne Bieterverfahren, ohne künstlichen Stress.

Auch das Thema Förderung spielte eine wichtige Rolle. Gerade beim Sanieren von Bestandsgebäuden lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Ein Satz blieb besonders hängen:
„Das effizienteste Haus ist das, was schon steht.“

Die KfW bietet verschiedene Förderprogramme für energieeffizientes Sanieren und Bestandsimmobilien – auch im Kontext von „Jung kauft Alt“. Nicht jede Förderung passt zu jeder Situation, aber informieren lohnt sich in jedem Fall.
👉 Weitere Infos gibt es direkt auf der Website der KfW: https://www.kfw.de

Lust auf den ganzen Abend?

Mehr Details und der komplette Austausch sind im Video zur Fokus-Session „Jung kauft alt“ auf YouTube zu sehen.

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, ein altes Haus zu kaufen, gerade zweifeln oder einfach hören möchten, wie unterschiedlich Wege ins Eigenheim sein können. Oder, wie Virág es gesagt hat: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“