Trockenbau im Bestand – Warum es Sinn ergibt und wie es geht

30.12.2020

Anfang Dezember starteten die Trockenbauarbeiten im Haus Reichstein. Parallel zur Installation von Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Elektro-Leitungen wurde die  Wärmedämmung eingebaut und mit einer Dampfsperre bekleidet. Anschließend werden Decken- und Dachschrägen mit Gipskartonbauplatten bekleidet und die Fugen verspachtelt und geschliffen.

“Wir arbeiten vom Dachgeschoss Richtung Keller und sind dabei sowohl die Ersten, wenn die Dampfsperre direkt unter den Deckenbalken angebracht wird, und die Letzten  wenn letzten Endes die Gipsplatte die Decke verschließt.”, sagt Herr Lehmann von der Firma Hein, die die Trockenbauarbeiten im Haus Reichstein durchführt.

“Außergewöhnlich sind dabei natürlich die Schrägen in Decken und Wänden. Hier bin ich schon froh, dass wir mittlerweile mit Lasertechnik messen, um so präzise arbeiten zu können. Außerdem bin ich hier besonders froh, dass unsere Rollgerüste Bremsen  haben, damit wir wegen der Schräge nicht quer durch den Raum rollen”, meint Lehmann angesichts der Schieflage des Hauses ein wenig erleichtert und lacht dabei.

“Trockenbausysteme sind für uns nicht nur aus optischen Gründen eine gute Lösung, sondern sind auch für zeitgemäßen Wärme- Schall- und Brandschutz wichtig”, erklärt Ulrich Piel, bauleitender Architekt des Modellhauses “Haus Reichstein” und meint weiter: “Ein trockenes System trägt keine neue Feuchtigkeit ins Gebäude. Das geringe Eigengewicht hilft zudem, die bestehende Gebäudekonstruktion nicht übermäßig zu belasten. Es eignet sich hervorragend für den Schräglagenausgleich.

Dabei kommen verschiedene Techniken zum Einsatz: Während im Dachgeschoss Aluminiumprofile direkt an den Deckenbalken befestigt werden und die darunter montierten Gipskartonbauplatten aufnehmen, werden in den unteren Etagen freitragende Decken errichtet. Eine Kombination aus wandmontierten und freitragenden Profilen wird bei diesem System zwischen zwei tragenden Wänden verbaut und anschließend mit Brandschutzplatten aus Gipskarton beplankt. Auf diese Weise werden die vorhandenen Deckenbalken statisch nicht zusätzlich belastet.

Was aber immer gleich ist: Die Montage der Platten wird auf Aluminiumprofilen vorgenommen.

“Würden wir hier z. B. mit Holz arbeiten, wären die Arbeiten viel ungenauer, da eine Holzlatte ja nie 100% gerade ist. Hier ist Metall Voraussetzung für eine höhere Genauigkeit der Arbeiten”, so Lehmann.

Neben dem Brandschutz sind Wärme- und Schallschutz wichtige Themen. “Die Zwischendecken, werden mit Dämmmaterial gefüllt und, tragen so zu einem zeitgemäßen Wärme- und Luft- und Trittschallschutz bei”, sagt Architekt Piel.

Aber auch die Temperatur während der Arbeiten ist wichtig und Grund für die frühe Installation der Heizungsanlage. Trockenbauer Lehmann erklärt: “Wir brauchen mindestens 5 Grad Raumtemperatur um die Deckenplatten zu verspachteln – deswegen muss auf jeder Etage der Heizungsbauer durch sein, bevor wir loslegen.” Man sieht: Die Arbeitsabläufe zwischen Sanitär- und Heizungsbauer, Elektriker und Trockenbauer müssen Hand in Hand laufen – und das tun sie im Haus Reichstein. Schon im Mitte Februar ist der aktuelle Arbeitsschritt voraussichtlich abgeschlossen, so dass die nächsten Gewerke auf der Baustelle anrücken können.